AUSSTELLUNG


If the story we
are drawing
now will be a
tragedy,
we must
redraw the
story.

Ausstellung

Die Ausstellung Redraw Tragedy findet vom 16.1. – 24.2.2022 im Künstlerforum Bonn statt.

Künstler:innen der Ausstellung sind:

  • Roberto Uribe Castro
  • Bruno Hadjih
  • Hiroyuki Kobayashi
  • Gaby Kutz
  • Grit Ruhland
  • Rie Tanji
  • Wie-yi T. Lauw
  • Natalia Wehler

Geschichte und Folgen von vergangenen tragischen Ereignissen, nachempfunden und durch Exponate erzählt verbindet alle Teilnehmenden. So unterschiedlich die persönliche Betroffenheit, die künstlerische Herangehensweise und die Schwerpunkte sind, das Erzählen und Erinnern einer schlimmen Geschichte, die Annäherung an objektive Katastrophen und unfassbare Vorgänge, das Finden von Zeugnissen anderer Menschen und das Leben mit den Auswirkungen sind gemeinsame Themen. Manchmal ein Abfinden, Legitimieren, nicht erinnern wollen. Manchmal eine Geschichte von Normalität, manchmal ein eher „trotzdem weiterleben“. Manchmal der Wunsch, die Wahrheit herauszuschreien. Das Danach zu definieren und zu dokumentieren, all die Auswirkungen, die sich erst im Verlauf der Geschichte mit allen Facetten entfalten. Der Lauf der kleinen Geschichten und ihre Auswirkungen auf die große Geschichte, das Wechselspiel der eigenen Geschichte mit der Geschichte anderer Menschen und Landschaften, die Konfrontation mit akuten Tragödien wie auch schleichenden Katastrophen. Kann Kunst dieses Spannungsfeld zeigen, das so schwer zu fassen ist? 

Wie bilden sich schreckliche Ereignisse im eigenen Erleben ab, auch im eigenen künstlerischen Umgang? Geht es um Bewältigung? Um Vergessen? Gibt es gar Muster, wie wir Unbegreifliches erfassen und künstlerisch umsetzen?

Bereits in den Materialien und konzeptuellen Ansätzen sind spannende Dialoge auf Werkebene zu erwarten: In den Arbeiten von Kobayashi, Ruhland, Uribe, Lauw, Hadjih und Wehler geht es beispielsweise um die Frage der Abbildung/Vervielfältigung von gefundenen Zeugnissen von Tragödien und Katastrophen mit unterschiedlichen Medien (Frottage, Abguss, Druck, Medien). Was passiert in der Abbildung, im Abdruck und warum wählen wir diesen Ausdruck?

Eine deutliche Verlinkung erfahren die Werke im Kontext von Landschaft und Raum, der bei allen ausstellenden Künstler*innen ein erhebliches Thema darstellt. Mal repräsentiert in Fundstücken wie bei Uribe und Kobayashi, mal in der Abgrenzung vom Eigenen zum Außen wie bei Tanji, mal in der beinahe geografischen Erkundung von Landschaft und Menschen wie bei Ruhland, Hadjih und Wehler.   

Um den Dialog, die Diskussion geht es schließlich auch, um ein Einlassen und Fragen. Das Visualisieren von Unsichtbarem und Unfassbarem. In vielen Fällen liegt die Normalität und der Umgang mit Schmerz, der Menschen und Gesellschaften zugefügt wurde, nahe beieinander.

Wie wirken die Positionen der teilnehmenden Künstler*innen im Raum des Künstlerforums zusammen? Welche Möglichkeiten bietet der besonders gut einsehbare Ausstellungsort, der es erlaubt, bildnerische Verknüpfungen auch im Raum sichtbar zu machen?

Artikel zur Ausstellung