IDEE


Das Ausstellungsprojekt „Redraw Tragedy“ handelt vom künstlerischen Umgang mit folgenschweren Ereignissen, Katastrophen und Tragödien.

Die Welt ist voller Extreme, Gesellschaften polarisieren sich. In einer katastrophalen Situation sollte die Begrenzung des Schadens für Mensch, Umwelt und Gesellschaft das oberste Gebot sein. Die tatsächliche Situation jedoch ist oft verfahren, geschichtlich vorbelastet, von Interessens- und Meinungskonflikten beherrscht. Kommunikation ist oft kaum möglich – das zeigen uns auch die aktuellen globalen Krisen.

Als Künstler*innen sind wir genauso mit folgenschweren Unglücken, Tragödien und Katastrophen konfrontiert, wir bearbeiten unsere Haltung und unsere Fragen in künstlerischer Arbeit, sind dabei Akteure gesellschaftlicher Kulturen. Kann Kunst in diesem Spannungsfeld sichtbar machen, was so schwer zu fassen ist? Aus unterschiedlichen Hintergründen und Orten kommend, öffnen wir mit einer gemeinsamen Ausstellung und einem digitalen Begleitprogramm uns selbst und anderen einen Raum für neue Perspektiven.

Die teilnehmenden Künstlerinnen arbeiten alle bereits seit langen zu Themen, die sich mit Katastrophen, folgenschweren Ereignissen und Tragödien beschäftigen. Die ausstellende Gruppe ist nicht nur durch das gemeinsame Ausstellungsinteresse definiert, sondern will in der Gruppe und mit interessierten Dritten einen längerfristigen künstlerischen/inhaltlichen Austauschs über die eigene Arbeit ermöglichen. Dabei ist der Austausch ein zentrales Element, das Netzwerk ein organisch wachsendes.

Entstanden ist die Ausstellungsidee bei einem Künstlergespräch in Japan. Kobayashi und Wehler fanden bemerkenswerte thematische Verwandtschaft und Parallelen künstlerisch-inhaltlicher Aspekte wie Vervielfältigung und Reproduktion sowie das gemeinsame Interesse am Spannungsfeld aus Geschichte und persönlichem Erleben.

Eine erste gemeinsame Ausstellung fand mit den drei Künstler*innen Tanji,
Kobayashi und Wehler in Okayama, Japan, im Januar 2021 statt. Angeregt
durch die fruchtbaren künstlerisch-inhaltlichen Diskussionen,
entwickelten sich weitere Vernetzungsimpulse und führten zur
weiterführenden Projektidee von Digitalprogramm und Ausstellung.

In Zusammenarbeit mit dem Team des Künstlerforums findet in den
großzügigen Räumen des Künstlerforums eine Ausstellung im Januar und Februar ’22 statt, die sich bereits ’21 inhaltlich im digitalen Raum aufbaut. Der
Wunsch ist, sich weiter zu vernetzen und diesen Prozess der Öffentlichkeit
zugänglich zu machen.

Die Ausstellung findet im Januar und Februar 2022 im Künstlerforum Bonn statt.

Sie erfolgt in Kooperation mit den Museumstudien der Universität Bonn und wird gefördert von der Sparkassenstiftung, der Stiftung Kunstfonds und der Stadt Bonn.